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Dienstag, 2. Mai 2017

Jasmin Schreiber hat keine Angst vor dem Feminismus (Edition F)


Zwar hatte ich den Artikel damals schon kommentiert, jedoch war mir grade danach, dazu auch mal was für diejenigen zu schreiben, die den Artikel auch noch gut gefunden hätten... Edition F-mäßiger Artikel eben. Raushauen, egal ob gut recherchiert oder nicht. 


Das Prinzip des Feminismus ist eigentlich ganz einfach: Alle Menschen, ob Männer oder Frauen, sollen genau die gleichen Rechte haben.
Später soll diese Aussage um eine unbestimmte Zahl an Geschlechtern erweitert werden... 

Worum es im Feminismus nicht geht: Frauen sollen mehr Privilegien als Männer haben 
Nun ja, das ist so eine Sache mit dem „sollen“ und „tatsächlich“ haben.

Ganz am Anfang will ich direkt ein paar Sachen klarstellen: Feministinnen sind keine männerhassenden, sexuell frustrierten und wütenden Kampfweiber. 
Was ist mit Feministen? Gibt es nur weibliche? Über den Rest kann man sich definitiv streiten. 
Und Feministen sind keine Weicheier, die mit ihrer Freundin synchron menstruieren
Aber um Menstruation geht es ja doch sehr oft. Meist sinnbefreit natürlich. 
Sinnbefreit deshalb, da es mir lediglich ein Rätsel ist, warum so viel über ein eigentlich selbstverständliches Thema gesprochen werden muss. Es ist kein Tabuthema.  

Dennoch: Kaum eine politische Bewegung wird so stigmatisiert wie der Feminismus. Und falls ihr jetzt denkt, dass nur Männer Stellung dagegen beziehen: falsch gedacht. 
Ich sehe den Feminismus nicht als politische Bewegung, sondern lediglich als "wirres" Gedankenkonstrukt, denn der heutige Feminismus hat kaum oder keine politisch ernstzunehmenden Inhalte. Ein „Nein heißt nein“ ist jedenfalls kein politischer Erfolg, wenn man diesen als solchen verbuchen mag. Vor Feminismus würde ich aber noch Rechtsradikalismus und Links als stärker stigmatisiert nennen. Erstes zu Recht. 

Widmen wir uns doch noch einmal kurz der Definition und damit der Frage, was Feminismus eigentlich bedeutet. Auf Wikipedia findet man diese Definition… 
Geil. Wikipediadefinitonen. Bitte mehr davon. Oder am besten gleich Tumblr… 


In deren Verständnis geht es dabei lediglich um Ampelmännchen, Sprache und Leute, die sich morgens beim Aufstehen überlegen: „Och eigentlich könnte ich jetzt mal mein Geschlecht ändern“. 
Wenn man behauptet, es gäbe 76 oder mehr Geschlechter, dann kann ich Birgit Kelle sehr gut verstehen. Und wenn Birgit Kelle auf den Pay Gap-Mythos verweist, dann erst recht. 

So weit, so absurd. Wenn man jedoch das eigentliche Wesen des Feminismus betrachtet – also einfach gleiche Chancen und Möglichkeiten für alle(!) Geschlechter – da frage ich mich schon, wie man dagegen sein kann. 
Schön verdreht und zurechtgebogen. Es geht gar nicht darum, gegen Gleichstellung/-berechtigung zu sein. Man ist nicht automatisch gegen Gleichberechtigung, wenn man gegen den heutigen Feminismus ist. 

Es gibt sogar richtige groß aufgeblasene Aktionen, wie zum Beispiel "Women Against Feminism". Ja, so habe ich auch geguckt. 
Nun ja, das sind deren persönliche Erfahrungen und Ansichten. Das dann „aufgeblasen“ zu nennen, wäre ganz schön anmaßend. 

Puh, Lady. Nichts verstanden. 
Natürlich. Nur die Autorin hat verstanden. Hat den Feminismus, dessen Definition und deren Inhalte für sich gepachtet. Nichts neues. 

Feministinnen haben ebenfalls eigene Meinungen. 
Meinungen gebildet - worauf? 

Und: Feministinnen fühlen sich nicht als Opfer. 
Also ich lese sehr oft, Feministinnen fühlten sich als Opfer des Sexismus, des Patriarchats (lol), sind Catcall-Opfer, der Misogynie und Erwartungshaltungen der Gesellschaft (Ideale). 

Wir möchten keine Männer abwerten…
Ouuuh, na wenn das auch Ihre Geschlechtsgenossinnen der Edition F so sehen würden. Oder Suzie Grime oder die Kolleginnen der Edition F. Oder zahlreiche Instagrammer(innen). 

Dass in gewissen Sachen einfach nicht mehr zwischen Mann und Frau unterschieden wird. 
Das wird ewig Bestandteil unserer menschlichen Kultur sein. Feminist(inn)en klagen das ja immer gerne an, liefern aber keine konkreten Lösungsvorschläge, wie sie das denn beseitigen wollen. 

Das geht im Job in Punkto Bezahlung und Verantwortung los…
Falsch

…gesellschaftliche Leben (Stichwort: Übersexualisierung der Frau, Sexismus und Co.).
Genau. Nur die Frauen. Und nur die Frauen. Niemand sonst. 

Feminismus bedeutet nicht, …Kaffeebecher mit "Male Tears" zu sammeln und sich komplett mit Körperbehaarung zuwuchern zu lassen. 
Male Tears und Behaarung finden aber dennoch im Namen des Feminismus sehr zahlreich statt. 
Übrigens: definition of male tears ;) 

Und auch ich kriege die Krise, wenn ich Alice Schwarzer sehe – eben weil ich sie tatsächlich im Verdacht habe, eine männerfeindliche Einstellungen zu haben. 
Während sie früher irre wichtig für die Frauenbewegung war, schadet sie ihr mittlerweile eher durch ihre veralteten und abwertenden Ansichten.
Klar, erst ebnet sie die den Weg für Frauen und wenn das dann erreicht ist, dann wird es links liegengelassen. 

Es gibt viele Menschen die der Meinung sind, dass wir keinen Feminismus mehr brauchen. 
Völlig legitim, oder? 

Dass die Frauen schon gleichgestellt sind. 
Richtig. 

Die Patriarchie gilt als abgeschafft… 
Vorsicht, mansplainende Triggerwarnung: 
Pa·t·ri·ar·cha̱t
Substantiv [das

Wieso gibt es immer noch die berühmt berüchtigte Gehaltslücke (Gender Pay Gap)?
Gibt es nicht. Siehe oben... 

Und wieso wird erwartet, dass die Frau nach der Geburt zu Hause bleibt? 
Wer erwartet das? Wieviele sind das? Woher stammt diese Information? Wie kann man so eine pauschalisierende und nicht haltbare Aussage dazu treffen? 

Dass sie nach der Heirat den Namen des Mannes annimmt?
Nochmal: wer erwartet das konkret? Und wieviele? Und woher weiß man das? 

Dass die Frau nach einer Trennung ganz selbstverständlich die Kinder nimmt, und wenn diese aus Gründen, die uns mal gar nichts angehen, beim Vater bleiben, die Frau als Rabenmutter oder kalt und herzlos gilt? 
Siehe beide Aussagen zuvor… 

Wieso ist das Sexualstrafrecht so lasch?
Gegenfrage: was daran ist zu lasch? Was konkret würde das Sexualstrafrecht verbessern? 

Wieso gab es damals Abgeordnete der Bundesregierung, die gegen die Gesetzesänderung stimmten, Vergewaltigung in der Ehe strafbar zu machen?
Wann damals? Eine genaue Zeitangabe wäre hier hilfreich gewesen. Nehmen wir aber einmal das Jahr 1997 her, da dies der letzte belegbare Zeitpunkt ist, an dem gegen einen solchen Paragraphen gestimmt wurde. Die Autorin hat leider, wie in den Punkten zuvor und danach versäumt, eine angemessene Recherche durchzuführen. Gerne möchte ich zu einer Klärung der Frage helfen. 
Die Protokolle der entsprechenden Sitzung sagt folgendes: 





Terre Des Femme haben das Verfahren letztendlich in die Wege geleitet. Keine Netz-/Hetzfeministinnen. 
Warum haben die Leute so abgestimmt? Haben sie gegen ein Gesetz gestimmt, weil sie die Formulierung für problematisch hielten? Weil es ihnen nicht weit genug ging? Haben sie für ein Gesetz gestimmt, weil sie einen Kuhhandel eingegangen sind? Und im selben Jahr wurde dieser Paragraph dann doch ins Gesetzbuch gefasst, dies war auch abzusehen und ja, notwendig. Auch interessant ist, das der ein oder andere Politiker von damals noch heute in der Politik sitzt. Gerngeschehen, 

Wieso werden Frauen beschuldigt, an Vergewaltigungen Mitschuld zu haben (zu sexy Kleidung, nachts allein nach Hause laufen, es sich vor dem Sex anders überlegen, obwohl man den Typen schon heiß gemacht hat)?
Wer sagt das? Die Gesellschaft? Wenn ja, wieviele? Die ermittelnde Staatsanwaltschaft? Die Polizei? Richter/in? Wohl kaum. Ich könnte mir das vor allem beim Täter vorstellen. Hier ist aber wohl hoffentlich ersichtlich, dass dieser die Tat um jeden Preis relativieren möchte. 

Wieso gibt es noch so viel sexuelle Belästigung im Job?
Weder Frauen noch Männer haben das Recht, ihre Kolleg(inn)en sexuell zu belästigen. Da sind wir uns alle einig, hoffe ich. 

Und so viel Glück ich habe, hier als selbstbestimmte Frau in Deutschland leben und diesen Blogbeitrag schreiben zu können…
Das geht deinen Kolleginnen genauso. Was das Patriarchat so alles möglich macht… (Vorsicht, Sarkasmus!)

…gibt es Millionen Frauen auf der Welt, die das nicht können. 
Und der Beitrag der Autorin dazu sieht jetzt WIE aus? Blogeinträge in Bangladesch auf deutsch? 

Unerwünschte Mädchen werden nach der Geburt getötet, jeden Tag stehen Kinderbräute vor Altären und heiraten fremde, ältere Männer, irgendwo werden gerade tausende schreiende Mädchen festgehalten, während ihnen ihre Genitalien rituell beschnitten und damit verstümmelt werden. 
Nicht zu vergessen, alle Männlichen Babys, die gegen ihren Willen beschnitten werden. Die zu Kindersoldaten verheizt werden. Natürlich nicht der Rede wert. 

Männliche Familienmitglieder bestimmen, wie sie reden, mit wem sie reden, was sie anziehen und wohin sie gehen. Und in vielen Ländern gilt die Geburt eines Mädchens regelrecht als Schande. Man schaue nur nach China.
In der Tat. Zum ersten Mal stimme ich zu. 

Männer, Frauen und auch andere Geschlechter 
Welche anderen? Es gibt nur zwei. Hier und hier ist das näher und schnell erklärt. 

Wenn man so privilegiert lebt wie wir, vergisst man oft das Gesamtbild. … Es mag kleinlich wirken, ein Luxusproblem. 
Oh ja, das tut es.  

Wieso wird da so ein Politikum draus gemacht, statt zu sagen: Cool, dann gibt es eben auch Ampelfrauen. Wo ist das Problem dabei, wenn es dieses veraltete 
Ich habe noch NIE gehört oder gesehen, dass jemand bewusst sagt: „Das Signal ist männlich.“

Jeden Tag werden Menschen wegen ihres Geschlechts oder ihrer sexuellen Orientierung diskriminiert
Richtig. Weltweit. Aber was hat das speziell mit Feminismus zu tun und was möchte der Feminismus genau dagegen unternehmen?  

Ja, das Gendern der Sprache hat mich zu Beginn auch verwirrt. Wenn ich darüber nachdenke, sehe ich, dass es mir schwerfällt, weil es so ungewohnt ist. Einen „echten“ Grund gibt es nicht. 
War das jetzt Einsicht, dass das Unsinn ist?

Nun, Sprache ist ein Werkzeug. Schauen wir uns Hitlers politische Reden und Pamphlete an sehen wir, wie gezielt er Sprache benutzt hat, 
Ok, an diesem Punkt musste ich überspringen… zu fern von der Realität. Es besteht kein Zusammenhang zwischen der rhetorischen Qualität Adolf Hitlers und der feministischen Rhetorik. Ich hoffe, der Autorin wird klar, dass ein Adolf Hitler Lügen und Hetzreden gehalten hat. Soll das ernsthaft mit ge-genderten Sprache verglichen werden? Bitte um nähere Erklärung. 

Als die Emma nach dem German Wings-Absturz eine Frauenquote im Cockpit forderte, dachte ich auch nur: „Oh mein Gott“. 
Das dachte nach dem Abschnitt ehrlich gesagt auch.

Wir Feministinnen sind eigenständig denkende Menschen. 
Mmmh… eigenständig denkend und offenbar schlecht recherchierend. Das widerspricht sich. Wer eigenständig denkt und nicht die selben Phrasen und Floskeln verwendet, der sollte in der Lage sein, nachzuschlagen und seine Punkte entweder zu verifzieren oder falsifizieren. 

…finde ich das genau so scheiße wie Nicht-Feministen und -Feministinnen. 
Naja, wie schön, dass jeder seine Meinung haben darf, ohne, dass das gehatet wird, oder? :) 

Ganz wunderbar finde ich hier ein Zitat von Svenja Gräfen...
…danke, nein. Keiner der genannten Aktivistinnen hat bisher auch nur einen haltbaren Beitrag geleistet, den alle als Erfolg verbuchen können. 

Feminismus und Gleichberechtigung sind Themen, die uns alle angehen. 
Artikel 3, GG, Abs. 2 

Auch Männer leiden unter dem Druck der Stereotypien. Männer weinen nicht. Männer müssen im Job 150 Prozent geben und wenn ein Mann lieber zu Hause bei den Kids bleibt, statt Karriere zu machen, gilt er als Versager. Jungs spielen nicht mit Puppen. Die Liste ist endlos. 
Und wieder diese Behauptungen? Aus welcher Sicht spricht die Autorin? Als Frau für Männer etwa? Suzie Grime hätte jetzt in etwa gesagt: 
„…wenn Männer bei Frauenproblemen mitreden, obwohl sie keine Vagina haben.“
Ein lesenswerter Artikel des Doktoranten zum Thema "Toxic Masculinity". 

Dem Feminismus geht es um Freiheit für alle Geschlechter… 
Mann, Frau. 2 Geschlechter. 

Dienstag, 7. März 2017

Femcy.at



Auf femcy.at schreibt Denise über Themen wie Fashion, Reisen, Feminismus, ihren Alltagsgedanken und anderen Sachen. Einige "Femcypicks" haben auch prompt für etwas Stirnrunzeln gesorgt.


GENDER PAY GAP
Wie lange hält man den Pay Gap Mythos, der ja schon so lange widerlegt wurde, noch aufrecht? Wenige ein/e feministische/r Autor/in setzen sich kritisch und angemessen damit auseinander.

GAR NICHT SÜSS VON AIDA
"...da die T-Shirts von den Angestellten freiwillig getragen werden. (haha jo genau)"
Eigentlich hat die Autorin schon die Antwort darauf gegeben. Sie tragen das freiwillig. Ich gehe davon aus, dass keine der Angestellten Frauen eine Pistole an die Brust gesetzt bekommt und gezwungen wird, diese Shirts (jetzt mal unabhängig von den schlechten Sprüchen oder Namen) zu tragen. Wenn sich eine Angestellte ernsthaft diskriminiert fühlt, sollte sie auch ein deutliches Zeichen setzen und kündigen.

TEDX TALK: BLOODY WOMEN
Wie ist die Haltung der Autorin hierzu?
Wir können gerne über die Besteuerung diskutieren, die auf solche Produkte erhoben werden.
Aber: es handelt sich bei der Menstruation nicht um ein Tabu-Thema. Viel eher ist die weibliche Menstruation schlichtweg eine intime Angelegenheit. Etwas sehr persönliches. Und ich persönlich finde, das sollte auch so bleiben. Es reicht völlig aus, dass darüber aufgeklärt werden. Aber derzeit kann man fast den Eindruck bekommen, dass Feminist(inn)en am liebsten jeden Tag darüber sprechen wollen. Und was soll dann überhaupt darüber gesprochen werden? Am Tisch, mittags? In der Bahn? Beim Sport? Nachts, im Club? Und reicht es für mich als Mann nicht zu wissen, was die Menstruation ist? Auf Alternativen wie der Moon Cup hinzuweisen ist natürlich lobenswert, jedoch muss hier kein Tabu gebrochen werden.

MÄNNLICHE UNSCHULD
"Leseempfehlung!"
Es wird auf einen Artikel von Hengameh Yaghoobifarah verwiesen, den diese für's Missy Magazine verfasst hat. Hier geht es um Gina Lisa und die Frage, warum oder ob dem Angeklagten mehr geglaubt wird als dem Video.
Nun, der Verlauf und den Ausgang ist überall nachzulesen. Es gab dazu ein klares Urteil und die Revision hat auch nichts anderes bestätigt. Interessant auch hier, wie gefiltert diese Plattformen - und somit verfälscht - berichten. Ich denke da an die SMS-Protokolle nach jener Nacht oder den Fakt, dass sich beide anschließend wiedersahen.
Abgesehen davon halte ich H. Yaghoobifarah für ohnehin sehr problematisch, weil sie Männer hierzulande permanent "Cis, weiß, heterosexuell" bzw. damit problematisch nennt. Nein, Hengameh, ich lasse mich nicht verleiten, dir auch andere Zuschreibungen zuzuteilen. 




In einem anderen Post vom Mai 2016 schreibt sie, warum sie Feministin ist... (und nicht Humanistin!) 

#1
 Ich bin dafür, dass alle Menschen unabhängig von Geschlecht, Hautfarbe oder Körperform frei von Klischees, gleichberechtigt leben können. Andere würden dazu vielleicht Humanismus sagen, ich bevorzuge aber den Begriff Gleichheitsfeminismus. Ich bin keine Männerfeindin – im Gegenteil. Trotzdem gibt es noch viele Lebensbereiche in denen ein großes Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern besteht (zB.: auch Bezahlung im Job). Auch Männer können Feministen sein, denn es ist eine Lebenseinstellung, eine Bewegung, die nicht zwingend an ein Geschlecht oder eine Identität gebunden ist. Frauen müssen aber meist mehr unter Klischees leiden.
Der Gender Pay Gap wurde bereits selbst vom Bundesamt für Statistik deutlich und sehr nachvollziehbar widerlegt. Nur sträuben sich viele Feminist(inn)en gerne gegen Fakten und Logik.

#2 Ein weiterer Grund, warum ich Feministin bin ist, dass Ehrgeiz oft mit Zickigkeit/Verbissenheit verwechselt wird oder sich Frauen mehr beweisen müssen, bis sie ernst genommen werden. Ich kann es gar nicht an zwei Händen abzählen wie oft ich während Praktika als „Pupperl“ oder „Mausi“ bezeichnet worden bin. Im Gegenteil dazu wurden männliche Praktikanten eher als „Champion“ oder „Hawara“ bezeichnet. Ich habe mich gegen solche Kosenamen immer gewehrt und dafür seltsame Blicke erhalten.
  
Abgesehen davon, dass ich es etwas zweifelhaft finde, dass Jungs ernsthaft "Champions" genannt werden, bin ich mir auch nicht sicher, wie der Feminismus hier dagegensteuern möchte.

#4 Weil nein einfach nein heißt – und das bei einigen Männer noch nicht vollständig angekommen ist. Ich bin freundlich zu dir, trotzdem heißt das nicht, dass ich gleich mit dir schmusen will. Auch in der Medienwelt wiederholt sich ständig die leidigen Themen „So gefällst du jedem Mann“, „So verdrehst du ihm den Kopf“, „Sexstellungen, die jeden Mann verrückt machen“. Heyy ich richte mein Leben auch komplett nach dem Verlangen von Männern aus. *sarcasm off*
Nein hieß schon immer Nein. Dass sich man(n)che darüber hinwegsetzen ist nichts neues und auch nichts zu akzeptierendes. Wie in der Kommentarspalte schon erwähnt wurde, kann auch ich aus eigener Redaktionserfahrung sagen, dass diese Themen tatsächlich fast ausschließlich von Frauen verfasst werden. Hier gibt es aber ebenso Artikel in Männermagazinen. Und nun? Ich lese es einfach nicht. Punkt. 
Daß in einem #Punkt zwei verschiedene Themen vermischt werden ist erstmal nichts verwerfliches, kommt oft vor. 

 #5 Weil verstaubte Rollenbilder nicht nur uns Frauen beeinträchtigen. Immer mehr Männer bemerken nun auch, dass das Patriarchat auch sie unterdrückt und ihnen bestimmte Rollen aufzwingt. Der starke Mann, der immer brav das Geld nach Hause bringt, muskulös ist, nie Schwäche zeigt und nicht weinen darf.  Auch sie profitieren, wenn das uralte Rollensystem reformiert wird.
Welches Patriarchat bitte? Wo ist das, wer ist das konkret? Und witzig, dass Männer das erfunden haben, aber Frauen sehr bereitwillig davon profitieren. Das Patriarchat wird von Internetet-Feminist(inn)en gerne als das unterdrückende, frauenverachtende Männerregime definiert. Hier in Deutschland steht eine Frau an der Spitze des Landes. Sämtliche wichtigen Ministerien werden von Frauen bekleidet und diesen Frauen legt man keine Steine in den Weg. Obdachlose sind überwiegend Männer. Strafgefangene auch. Opfer von Gewalt auch. Sorgerechtstreits verlieren auch meist Männer. Männer werden Opfer von Falschanschuldigungen (Frauen hingegen nicht). Wir stehen summa summarum ganz schön scheiße da, hm? 
Was ist das für ein Patriarchat, von dem der Mann letzten Endes gar nicht mal so profitiert? 
Was die Wollen angeht, hat Denise offenbar versäumt, dass es bereits seit vielen Jahren einen willkommenen Wandel gibt, in denen sich Männer sehr wohl nicht-typisch-männlichen Dingen (wie geteilten Muttschafts-/Vaterschaftsurlaub),  zuwendet. Nur, weil Denise keine weinenden Männer sieht, bedeutet das nicht, dass es diese nicht gibt. Männer verarbeiten schlicht anders und es wäre fast typisch für Feminist(inn)en, wenn Männer ab sofort gleichgestellt immer dann weinen müssen, wenn es angebracht wäre.
*sarcasm off*

Wie aber profitieren Männer konkret von der "Reformierung" der Rollenbilder? Ich warte bis heute auf eine Antwort auf diese Frage, in wie weit der Mann von dieser Ideologie profitieren könnte.

#6 Weil Sexismus und Diskriminierung noch immer präsent sind – und zwar in der Werbung, im Job und im ganzen Alltag. Jeder von uns kennt unzählige sexistische Witze. Ohne Frage – im westlichen Raum wurde schon einiges erreicht, aber wir sind noch nicht dort angekommen, wo wir sein sollten. Die Unterdrückung des weiblichen Geschlechts und die steifen Geschlechterrollen sind globale Probleme, die sich in den verschiedenen Ländern auf unterschiedliche Art und Weise bemerkbar machen.
Ich kann Denise beruhigen: 
frauenrechtliche Themen sind vor Ort wie im Nahen und Mittleren Osten, Indien, Pakistan und Saudi Arabien schon lange im Gange, umgesetzt zu werden. Sehr begrüßenswert. In einigen Ländern sind die Strukturen leider sehr viel verhärteter als hier bei uns, deshalb erscheint es uns, als ob sich dort nichts tut. Dieser Youtube-/Blog-Feminismus wird dort jedoch nichts bewegen. Der Deutsche WErberat wacht über sexistische oder nicht sexistische Werbung. Außer, Femcy.at möchte jetzt nebst Ankläger auch Wächter sein.  

#7 Ich bin Feministin, weil ich mich dem medialen Druck, perfekt sein zu müssen nicht hingeben will. Wir Frauen müssen „stets schön, für immer jung, sportlich, klug und am besten noch CEO eines Unternehmens sein, aber dann doch nicht zu erfolgreich, weil wir uns ja noch um unsere vier Kinder kümmern sollen und obendrein noch die perfekte Hausfrau sein müssen“ Wer hat diese Anforderungen erfunden?
Wieder der mediale Druck. Haben sich feministische Aktivisten eigentlich mal gefragt, dass es an einem selbst liegt, solche Trends freiwillig mitzumachen? Liegt es vielleicht nicht an jedem selbst, solche Mechanismen wie "Muss ich so aussehen? Muss ich das tragen?" zu hinterfragen?

#8 Ein weiterer Punkt ist Slut-Shaming. Jede Frau hat die eigene Macht über ihren Körper und ihre Sexualität. Noch immer werden Männer mit vielen Sexualpartnerinnen als begehrt und attraktiv, Frauen dagegen als Schlampe, Nutte oder leicht zu haben beschimpft. Wo bleibt hier die Gleichberechtigung?
Männer sind dann Player, Fuckboys, Machos... über die wird auch dementsprechend gesprochen. Unter Männern diskutiert man eigentlich kaum darüber, ob das wirklich so cool ist. Unter Freunden zelebriert man dieses "Mann"-sein gelegentlich. Deswegen ist man aber nicht mehr Mann. Wenn Frauen sehr gerne und auch viel öfter über das eigene Geschlecht "Schlampe und Nutte sagen, ist es vielleicht eher eine Sache, die ihr unter euch klären müsst? Man sieht es auch deutlich unter Fotos auf Instagram, wenn Frauen sich aufreizend posten... jetzt ratet mal, wer zu einem deutlich überwiegenden Teil shamet? 

#9 Weil Frauen noch immer (!) selbst für Vergewaltigungen verantwortlich gemacht werden. Keine Frau, egal ob sie einen Skianzug, einen Bikini, oder Ledermini trägt will das! (we´re not asking for it!) 
...puh!
Das weiß auch jeder normaldenkende Mann, dass sie das nicht will. Dass muss man nicht extra erklären, aber danke. Es gibt Männer und Frauen, die diese Grenzen bewusst mißachten - und darum geht es. Diesen Menschen wird zumindest hier sowas nicht anerzogen oder beigebracht. Wer macht die Opfer dafür verantwortlich? Eine genaue Beschreibung wäre hilfreich gewesen. Jedenfalls wird in keinem Gerichtsverfahren oder bei keiner polizeilichen Vernehmung dem Opfer gesagt, dass es am Opfer liegt, dass es vergewaltigt wurde. Viele verdrehte Köpfe in der Bevölkerung gibt es, die das behaupten, ja.


#10 Der letzte Grund ist, dass mir Solidarität gegenüber Frauen enorm wichtig ist. Das möchte ich auch mit meinem Blog zeigen. Pusht einander, seid nicht neidisch. Helft einander und profitiert von einander. Wir sind Frauen – wir müssen uns unterstützen ♥
Das hat Denise ja schon zu eingangs erklärt, weshalb sie Feministin ist und keinen Humanismus unterstützt... denn das wäre jeder Mensch. Gleich. 

Mindestens genauso unterhaltsam fand ich dann den Kommentar einer Besucherin, die einem Kritiker auch gleich mal, nicht ganz untypisch, Mensplaining vorwarf: 


Auch nach diesem Artikel fällt auf: die selben Themen, die selbe anklagende Haltung (aber keine Lösungsanssätze), wieder eher semi-gut recherchiert, nicht selbstkritisch, kaum konstruktiv und es wird klar, dass es vielleicht nicht Männerhassend klingt, liebend aber auch nicht.